Die Buchvorstellung fand im Anschluss an die Gedenkfeier zum 80. Jahrestag der Rheinland-Offensive statt.
Als der Deutsche Wilhelm Michels in den 1950er Jahren Material für sein noch zu schreibendes Buch „Niederrheinisches Land im Krieg“ sammelte, appellierte er auch an die Bevölkerung, ihm Kriegserinnerungen in Form von Tagebucheinträgen oder später aufgeschriebenen Geschichten mitzuteilen. Diese wollte er dann für sein Buch verwenden, hatte aber nicht mit der Fülle der ihm zugesandten Antworten gerechnet. Das brachte ihn in ein Dilemma: „Soll ich das alles in Verbindung mit der Militärgeschichte verwenden oder soll das Buch vielleicht in zwei Teilen veröffentlicht werden?“ Zweifellos wird er dies mit Peter Sliepenbeek, dem damaligen Archivar von Nijmegen und Mitforscher der lokalen Kriegsgeschichte, besprochen haben.
Wie dem auch sei, Michels entschied sich für die militärische Geschichte und die zivilen Geschichten verschwanden in den Archiven in Kleve. Dieselben Geschichten bilden 60 Jahre später die Grundlage für das Buch „Gegen das Vergessen“, ergänzt durch niederländische (Tagebuch-)Geschichten, alle aus unserer Grenzregion. Jede deutsche Geschichte wurde ins Niederländische übersetzt und umgekehrt, jede niederländische Geschichte wurde ins Deutsche übersetzt. Ergänzt werden die Kapitel durch Fotos (teilweise aus Privatarchiven) und Karten. Das Hardcover-Buch hat 260 Seiten und ist eine
eine interessante Koproduktion, die einige Jahre gedauert hat, bei der aber ein schönes Buch herausgekommen ist.
Die Euregio Rhein-Waal hat das Buch im Rahmen von „80 Jahre Freiheit“ finanziell unterstützt und durfte dieses Mal nicht das erste, sondern das letzte Exemplar in Empfang nehmen. Zwar ist die erste Auflage inzwischen komplett vergriffen, aber die Projektpartner prüfen derzeit die Möglichkeiten für einen Nachdruck.